Kleiner Tiergarten / Ottopark

Im Rahmen des Bund-Länder-Förderprogramms "Aktive Stadtzentren" ist die Erneuerung und Umgestaltung des Kleinen Tiergartens / Ottoparks seit 2009 ein Handlungsschwerpunkt im Fördergebiet Turmstraße. Die Wiedergewinnung des Parks für alle Bewohner Moabits, die Anpassung an die heutigen Nutzungsansprüche und die Verbesserung der einzelnen Parkteile für Erholung, Freizeit, Spiel und Sport, Aufenthalt und Kommunikation sind das erklärte Ziel der geplanten Maßnahmen.

Bevor im September 2011 die mehrjährigen Bauarbeiten im westlichen Teil des Parks zwischen Ottostraße und Stromstraße begannen, wurden mit Anwohnern, Nutzern, der Stadtteilvertretung Turmstraße, Vertretern der Heilandskirche und dem Planungsbüro Latz + Partner Ideen und Vorstellungen zur Erneuerung und Umgestaltung des Kleinen Tiergartens und Ottoparks ausgiebig erörtert. Die Bürgerbeteiligung begann im Dezember 2010 mit einer ersten Bürgerveranstaltung. Die Erneuerung der Parkanlage wurde in sieben Abschnitte von West nach Ost untergliedert.

Übersichtsplan der Landschaftsarchitekten Latz + Patner:

Übersichtsplan KTO

Umgestaltung Ottopark

Begonnen wurde mit zwei Abschnitten zwischen dem Otto-Platz und der Thusnelda-Allee. Hier ist ein Kinderspielplatz am Ottoplatz entstanden, das Rondell an der Thusnelda-Allee wurde wiederhergerichtet und der Diagonalweg vom Ottoplatz zum Rathaus wurde verbreitert und mit Angeboten für Spiel und Aufenthalt und einer Beleuchtung ausgestattet.

Umgestaltung Kleiner Tiergarten (West)

Die Erneuerung des mittleren Parkteils zwischen der Heilandskirche und der Stromstraße hatte die geringsten Veränderungen zur Folge, da die Textur von Wegen und Beetflächen durch die Festsetzung als Gartendenkmal geschützt ist. Dieser Transitraum zwischen der Turmstraße und der Straße Alt-Moabit wird stark als Verbindung zwischen den beiden U-Bahnzugängen und Bushaltestellen genutzt. Den auftretenden Problemen dieses zentralen Orts im Hinblick auf eine zunehmende Kriminalität und die Auswirkungen eines Drogenhandels wird versucht, durch gemeinsame Aktivitäten von Straßensozialarbeitern und Konzepten in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Stellen zu begegnen. An der Stromstraße wurde gemeinsam mit Vertretern der Szene ein Aufenthaltsbereich im Park geschaffen, um Konflikte unter den verschiedenen Nutzergruppen zu vermeiden.

Umgestaltung Kleiner Tiergarten (Ost)

Auch zur Umgestaltung des östlichen Kleinen Tiergartens wurde ein umfangreiches Verfahren zur Bürgerbeteiligung abgestimmt. 2012 wurden zwei Planungswerkstätten unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt. 2013 erfolgte die weiterführende Planung mit umfangreichen Abstimmungen mit der Denkmalpflege. Im Juli 2014 fand im ehemaligen BVV-Saal im Rathaus Tiergarten eine öffentliche Informationsveranstaltung zum letzten Bauabschnitt im östlichen Kleinen Tiergarten statt. Das Büro Latz + Partner stellte die Ausführungsplanung zum 7. Bauabschnitt vor und beantwortete Fragen zur Planung. Dieser letzte Bauabschnitt wurde im Mai 2016 fertiggestellt und unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit am Tag der Städtebauförderung feierlich eröffnet.

Auch hier wurde auf einen weitgehenden Erhalt der bisherigen Parkanlage geachtet, wurden die Möblierungen der ursprünglichen Parkplanung wie z.B. die Rollerbahn und die Wohnhöfe aufgenommen und neu interpretiert. Am östlichen Ende hat der Park eine große Kinderspielanlage erhalten. An der Stromstraße sind eine Vergrößerung des Gastronomiebereichs und die Errichtung einer öffentlich zugänglichen kostenlosen WC-Anlage geplant.

Ottopark Rondell 2013
Ottopark
Kleiner Tiergarten (West) 2014
Ansicht des Senkgartens im Kleinen Tiergarten im Sommer 1960. Aufnahme: Bezirksbildstelle Tiergarten, Mitte Museum, Bezirksamt Mitte von Berlin
Entwurf Senkgarten
Eröffnung des Senkgartens 2015
Kleiner Tiergarten (Ost) Visualisierung Spielplatz
Rolleracht
Eröffnung des letzten Bauabschnitts 2016